Mardin liegt an den Südhängen der Mardin-Midyat-Schwelle, auf einem strategischen Bergrücken mit Blick auf die mesopotamische Ebene. Obwohl die Stadt erstmals im 4. Jahrhundert erwähnt wird, wurden im südlichen Teil des Hügels auch prähistorische Spuren gefunden. Über die Geschichte hinweg war die Stadt ein Zentrum, in dem verschiedene Religionen und Völker (Muslime, syrisch-orthodoxe Christen, Armenier, Juden) zusammenlebten.
Eines der prächtigsten Bauwerke der Stadt, die Zinciriye-Medrese (Sultan-Isa-Medrese), wurde 1385 vom artukidischen Herrscher Necmeddin İsa fertiggestellt. Das 5 km von Mardin entfernte Kloster Deyrulzafaran wurde im 4. Jahrhundert gegründet und diente zwischen 1293 und 1932 als Patriarchatssitz der syrisch-orthodoxen Kirche.
Highlights
Zinciriye-Medrese
Eines der Meisterwerke artukidischer Architektur; mit Innenhof, Moschee, Mausoleum und gerillten Kuppeln blickt sie auf die Ebene von Mardin.
Kloster Deyrulzafaran
Historisches Zentrum der syrisch-orthodoxen Kirche; enthält einen besonderen Bereich, in dem die Gräber von 52 Patriarchen erhalten sind.
Steinhaus-Architektur
Aus gelbem Kalkstein erbaute traditionelle Mardiner Häuser mit Bogenfenstern, geführt auf der vorläufigen UNESCO-Welterbeliste.
Telkari-Silberfiligran
Die von syrischen Meistern entwickelte feine Silberdraht-Kunst wird bis heute in den Basaren gefertigt.
Heute hier
Wer heute auf diesem Boden lebt, was gekocht und was erzählt wird.
Die Straße der Kupferschmiede
In der Birinci Cadde beginnt der Morgen mit Hammerschlägen. Tabletts, Mokkakannen und Kohlebecken werden noch immer von Hand getrieben; der Lehrling sitzt daneben und lernt zuerst den Klang, dann den Schlag.
Verschiedene Klänge am selben Hang
Moschee, Kirche und Kloster teilen sich denselben Hang. Der Ruf des Muezzins und das Läuten der Glocken übertönen einander nicht — in Mardin klingt es seit Jahrhunderten so.
Gemeinsames Gedächtnis auf dem Tisch
Gefüllte Rippchen, İkbebet, Sembusek… Die Küche Mardins trägt syrisch-aramäische, arabische und kurdische Spuren nicht getrennt, sondern auf demselben Teller.
