Harran ist ein Landkreis südlich von Şanlıurfa, nahe der syrischen Grenze. Sein Name, der im Sumerischen und Akkadischen "Karawanen-/Reiseweg" bedeutet, lag in der Antike am Kreuzungspunkt der Handelswege zwischen Anatolien, Syrien und Mesopotamien. Seit den Sumerern, Assyrern, Babyloniern und Hethitern besiedelt, wurde Harran 744 kurzzeitig Hauptstadt des Umayyaden-Kalifats.
Im Mittelalter war die Stadt ein bedeutendes Wissenschaftszentrum — der Name der Harran-Universität hält dieses Erbe lebendig. Heute ist sie vor allem für ihre kegelförmigen Kuppelhäuser bekannt, die bis ins 6. Jahrhundert v. Chr. zurückreichen und eine der ältesten Haustraditionen der Welt bewahren.
Highlights
Kegelförmige Kuppelhäuser
Jede Kuppel steht für einen Raum; die Anzahl der Kuppeln zeigte den Wohlstand der Familie an. Da es keine Fenster oder Glas gab, blieben die Kuppelspitzen offen, um Licht und Rauch entweichen zu lassen.
Festung von Harran
Das Verteidigungsbauwerk der Stadt trägt Spuren von Reparaturen aus verschiedenen Epochen.
Ruinen der Ulu-Moschee
Eine der ältesten Moscheen Anatoliens, erbaut im 8. Jahrhundert unter den Umayyaden.
Sabäisches Erbe
Harran war ein Zentrum, in dem die Sabäer, die den Mondgott Sin verehrten, bis ins 11. Jahrhundert fortbestanden.
Heute hier
Wer heute auf diesem Boden lebt, was gekocht und was erzählt wird.
Die Kühle der Kuppelhäuser
Die kegelförmigen Lehmkuppelhäuser bleiben innen kühl, während draußen vierzig Grad herrschen. Ein bauliches Wissen von vor der Klimaanlage — und bis heute nicht vergessen.
Zwei Sprachen in der Ebene
In der Ebene von Harran läuft der Alltag oft auf Arabisch und verschränkt sich mit Türkisch und Kurdisch. Am selben Tisch drei Sprachen zu hören, ist hier nichts Besonderes.
Am Tandır
Das Brot wird früh am Morgen im erdversenkten Tandır gebacken. Kommt ein Gast, wird der Ofen ein zweites Mal angefeuert — ein Willkommen, stärker als jedes Wort.
