Dara (antiker Name: Anastasiopolis) wurde vom oströmischen Kaiser Anastasius I. in den Jahren 505-507 n. Chr. als Garnisonsstadt errichtet, um die Ostgrenze des Reiches gegen das Sassanidenreich zu schützen. Es wurde rasch zum Verwaltungs- und Militärzentrum Obermesopotamiens; unter Kaiser Justinian I. wurden die Mauern verstärkt und gewaltige Zisternen hinzugefügt.
Die Stadt war 530 auch Schauplatz des Sieges des byzantinischen Generals Belisar über die Sassaniden. In den folgenden Jahrhunderten wechselte sie zwischen sassanidischer, byzantinischer, umayyadischer, abbasidischer, seldschukischer und osmanischer Herrschaft. Heute liegt nur etwa 10 % der Stadt an der Oberfläche, der Großteil noch unter der Erde.
Highlights
Gewaltige Wasserzisternen
Eine der in Fels gehauenen Zisternen (im Volksmund "Verlies" genannt) fasst rund 10.000 m³ Wasser — tiefer als die Yerebatan-Zisterne in Istanbul.
Wasser als Verteidigungswaffe
Die römische Garnison nutzte das Wasser der Zisternen, um Belagerungen lange standzuhalten; die Sassaniden versuchten wiederum, den Flusslauf umzuleiten, um die Stadt trockenzulegen.
4 km langes Mauersystem
Eine zweischichtige, 28-türmige Verteidigungslinie aus innerer und äußerer Mauer.
Galeriegräber (Nekropole)
In Fels gehauene, mehrstöckige Grabanlagen mit den Knochenresten von Tausenden Menschen.
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