Der historische Kern von Diyarbakır, der Amida-Hügel in der Zitadelle, zeigt, dass die Stadt seit dem 6. Jahrtausend v. Chr. ununterbrochen besiedelt ist. Die ältesten bekannten Verteidigungsbauten wurden im 4. Jahrtausend v. Chr. von den Hurritern errichtet; die Grundlagen der heutigen Stadtmauern wurden unter dem römischen Kaiser Konstantius II. (4. Jahrhundert) gelegt.
In den folgenden Jahrhunderten durchlief die Stadt römische, sassanidische, byzantinische, umayyadische, abbasidische, marwanidische, seldschukische, artukidische, akkoyunlu, safawidische und osmanische Herrschaft — jede hinterließ ihre Spuren an den Mauern und in der Stadt. Die Festung von Diyarbakır und die Hevsel-Gärten wurden 2015 als "Kulturlandschaft" in die UNESCO-Welterbeliste aufgenommen.
Highlights
5.800 Meter Stadtmauer
Nach der Chinesischen Mauer gilt sie als eine der längsten erhaltenen Stadtmauern der Welt; sie trägt 82 Türme und Inschriften aus 63 verschiedenen Epochen.
Hevsel-Gärten
Rund 700 Hektar landwirtschaftliche und naturbelassene Fläche zwischen Tigris und Stadtmauer; Heimat von mehr als 180 Vogelarten.
Zehnbogenbrücke
Die historische Brücke über den Tigris ist mit dem Wasser- und Verkehrssystem der Stadt verbunden.
Mehrschichtige Architektur
Innerhalb derselben Stadtmauer stehen Bauten aus römischer, artukidischer, akkoyunlu und osmanischer Zeit nebeneinander.
Heute hier
Wer heute auf diesem Boden lebt, was gekocht und was erzählt wird.
Morgen in Hevsel
In den Hevsel-Gärten am Fuß der Stadtmauern bauen Familien noch immer Gemüse an. Derselbe Boden wird seit Jahrtausenden bestellt; die Stadt hat sich verändert, der Garten nicht.
Wassermelone und Tigris
An Sommerabenden wird am Tigrisufer Wassermelone aufgeschnitten und Tee aufgesetzt. Das Gespräch zieht sich — Eile gilt hier als unhöflich.
Die Stimme des Dengbêj
Der Dengbêj erzählt ohne Instrument; Geschichte, Liebe und Trauer trägt er aus dem Gedächtnis vor. In den Dengbêj-Häusern der Altstadt lebt diese Tradition weiter.
