Ani ist eine mittelalterliche Stadt südöstlich von Kars, im Tal des Flusses Arpaçay. Als Hauptstadt des bagratidisch-armenischen Königreichs erlebte sie ihre Blütezeit im 10.-11. Jahrhundert; dank ihrer Lage an der Seidenstraße wurde sie zu einem Handels- und Kulturzentrum, das mit dem damaligen Konstantinopel, Bagdad und Kairo konkurrieren konnte. Die Bevölkerung soll auf ihrem Höhepunkt 100.000 überschritten haben.
Wegen ihrer zahllosen Kirchen und Kapellen wurde die Stadt als "Stadt der 1001 Kirchen" bezeichnet. 1064 wurde sie vom seldschukischen Sultan Alparslan erobert; die große Kathedrale wurde damals in eine Moschee umgewandelt und erhielt den Namen "Fethiye-Moschee". Infolge mongolischer Invasionen und Erdbeben wurde die Stadt zunehmend verlassen. Die archäologische Stätte Ani wurde 2016 in die UNESCO-Welterbeliste aufgenommen.
Highlights
Große Kathedrale (Fethiye-Moschee)
Von Architekt Trdat erbaute Kathedrale aus rotem Tuffstein; Trdat führte auch Reparaturarbeiten an der Hagia Sophia in Istanbul durch.
Tigran-Honents-Kirche
1215 erbaut, geschmückt mit reichen Fresken, die biblische Szenen und das Leben des Heiligen Gregor darstellen — eines der am besten erhaltenen Bauwerke.
Menüçehr-Moschee
1072 erbaut, gilt als eine der ersten türkischen Moscheen Anatoliens.
Multikulturelle Architektur
In derselben Stadt stehen armenische Kirchen, eine seldschukische Moschee und ein zoroastrischer Feuertempel nebeneinander.
